Ist das Leben ein Prompt?

Lebensprompt

Alexandra

12/27/20252 min read

Können wir unser Leben besser prompten?

Neulich habe ich testweise in die KI getippt: „Was macht mich glücklich?"
Was kam zurück? Ein Rezept für Bananenbrot.
Ehrlich gesagt, so fühlt sich manchmal auch das Leben an. Ich bestelle Liebe, und was bekomme ich? Einen Dackelblick von meinem Pflegehund. Auch wenn das wahre Liebe für mich ist, gemeint hatte ich etwas anderes.

Vor drei Jahren hätte niemand die Frage beantworten können, was ein Prompt ist. Schon erstaunlich, wie schnell wir uns an Neues gewöhnen können (wenn es für uns einen vermeintlichen Vorteil bringt). Aber zurück zum Thema: Ein Prompt ist im Grunde nichts anderes als eine Eingabe, die bestimmt, was als Ausgabe kommt.
Bei einer KI ist es klar: Du schreibst „Schreib mir ein kurzes Gedicht über Pinguine“, und sie serviert dir einen Vierzeiler mit Reimen auf „Flossen“ und „genossen“.
Im Leben läuft es nicht viel anders. Jeder Gedanke, jede Erwartung, jeder halb dahin gemurmelte Wunsch ist wie ein unsichtbarer Prompt ans Universum. Manche sind präzise, andere so schwammig, dass selbst eine toptrainierte KI nur mit den Schultern zucken würde.

Wenn ein Prompt schwammig ist, dann wird es spannend, denn wir lassen Interpretationsspielraum.
„Ich will mehr Zeit!“ – sagt man so locker dahin. Und was macht das Leben? Es schickt dir einen Handwerker, der drei Stunden zu spät kommt. Voilà, Zeit hast du jetzt. Nur halt nicht die, die du haben wolltest.
Oder: „Ich brauche dringend Veränderung!“ – und schon kann es sein, dass doofe Nachbarn einziehen und du jeden Tag die Veränderung auf dem Balkon zu hören bekommst. Ruhe war vorher. Nicht die Art Veränderung, die du gemeint hast, aber immerhin konsequent geliefert.

Das Gemeine: Weder die KI noch das Leben haben böse Absichten. Beide reagieren einfach präzise auf Input und kramen in deiner Komfortzone, was gemeint sein könnte.
Sagst du „Ich will keinen Stress mehr“, hört das System nur „Stress“.
Ironie? Versteht das Leben mich nicht. Schwammige Halbsätze? Ebenfalls nicht. Es arbeitet streng nach der Regel Input - Output: Unklarheit rein – Missverständnis raus.

Mini-Dialog mit dem Universum
Stell dir mal vor, dein Leben wäre ein Chatbot.
Du: „Ich will mehr Geld.“
Leben: „Hier, 5-Euro-Schein auf der Straße gefunden.“
Du: „Nein, ich meinte richtig Geld!“
Leben: „Okay, Chef hat dir ein neues Projekt gegeben, das dich 20 Überstunden die Woche kostet. Dafür gibt es Bonus.“
Du: „So war das nicht gemeint!“
Leben: „Sorry, dein Prompt war unpräzise.“

Hier ein paar Prompt-Hacks

  • Präzision schlägt Drama. Statt „alles anders“ lieber „mehr Leichtigkeit im Alltag“.

  • Kontext klären. „Freiheit im Job“ heißt nicht automatisch „nie wieder arbeiten“.

  • Iterieren. Auch das Leben braucht manchmal mehrere Anläufe, bis es den richtigen Treffer landet.

  • Aufräumen. Wer ständig „Katastrophe, Chaos, Drama“ denkt, kriegt auch genau das zurück. Gedankenhygiene ist wie Prompt-Optimierung.

Fazit: Das Leben reagiert wie eine KI. Es hört, was du bestellst – nicht, was du insgeheim seufzend meinst.
Wer präzise promptet, kriegt bessere Ergebnisse. Wer sich nicht klar ausdrückt, darf sich über Bananenbrot statt Glück nicht wundern.
Und wenn dir das Leben mal wieder einen Output schickt, bei dem du denkst: „Das wollte ich so nicht“ – überprüfe zuerst deinen Prompt. Vielleicht lag die Antwort schon die ganze Zeit an deiner Eingabe.

Also los - viel Spaß beim prompten!